Archiv für die Kategorie ‘Italien’

Dialetto sudtirolese

Juli 21, 2008

Il dialetto sudtirolese o dialetto del Sud-Tirolo (in tedesco Süd-Tirolerisch, nel dialetto locale Sid-Tiroulerisch) è un dialetto tedesco parlato dalla popolazione germanofona del Sud-Tirolo, che corrisponde circa al 69% della popolazione sud-tirolese. Costituisce una variante del bavarese meridionale.

Il Sud-Tirolo costituisce una penisola linguistica. La caratteristica principale del dialetto sono i forti prestiti o tedeschizzazioni di parole italiane, quasi assenti nel tedesco standard, ma invece marcate nel sud-tirolese. Inoltre certe parole cambiano significato dal tedesco standard al sud-tirolese.

Parole di origine italiana nel dialetto sud-tirolese

Sud-Tirolese

Tedesco standard

Italiano

Fraktion

Ortsteil

frazione comunale

Identitätskarte

Personalausweis

carta d’identità

Autobüchl

Carte grise

carta di circolazione

Aranciata

Orangeade

aranciata

Kono

Waffeleistüte

cono

Melanzane

Aubergine (in Austria anche Melanzana)

melanzana

Zucchini

Gartenkürbis (anche Zucchini)

zucchina

Peperoni/Pfefferone

Paprika

peperone

Kozze

Miesmuscheln

Cozza

Gamberetti

Garnele

gamberetto

Paschta

Nudeln

pasta

Marend/e

Zwischenmahlzeit

merenda

Panino

belegtes Brötchen

panino

Sugo

Tomatensauce

sugo

Koperto (si riferisce al coperto da pagare al ristorante)

Tischgedeck

coperto

Targa

Kenntafel, Autokennzeichen

targa

Furgone

Lieferwagen, Lastwagen

furgone

Kammion

Lkw

camion

Motorino

Kleinmotorrad

motorino

Kollaudo

Revision

collaudo

Mischela

Benzingemisch

miscela

Autoschule

Fahrschule

scuola guida

Multa

Strafbescheid

multa

Patent

Führerschein

patente

Fogliorosa

provisorische Fahrerlaubnis

foglio rosa

Autobüchl

Zulassungsschein

libretto di circolazione

Schquillo/Squillo

Telefonanruf

squillo

Linie

Telefonleitung

linea telefonica

Messatscho/Messaggio

Kurzmitteilung

messaggio

Lunapark

Vergnügungspark

luna park

Hydrauliker

Klempner

idraulico

Schkontrino/Skontrino

Kassenzettel

scontrino

Schkonto/Skonto

Rabatt

sconto

Buschtapaga/Bustapaga

Lohntüte

busta paga

Kaparra

Anzahlung

caparra

Tessera

Ausweis

tessera

Anche se nel Sud-Tirolo le versioni italiane di certi termini si trovano ovunque, sono quasi sempre note ed usate anche le versioni tedesche. Ciò non si verifica per particolari termini amministrativi italiani e per frutta e verdure. Molti usi di parole italiane nel dialetto sono però considerati cattiva educazione oppure sono usati per provocare o per scherzare sulla propria cattiva conoscenza dell’italiano (un esempio è chiamare i propri amici con il termine “ragazzi”: in tirolese si userebbe “Buabn” ovvero appunto ragazzi, oppure “Mandr” ovvero signori).

E’ da notare, nella lingua parlata quotidianamente(quindi quella più viva), l’abitudine (mediamente diffusa) di colorire le frasi anche attraverso l’utilizzo di espressioni scurrili e imprecazioni italiane, le quali non troverebbero altrettanto fantasioso corrispettivo nel tedesco standard.

Fino al 1919 il Sud-Tirolo faceva parte dell’Austria Ungheria e il dialetto bavarese parlato era molto simile a quelli limitrofi; solo a Bolzano e dintorni esisteva una minoranza italiana di origine soprattutto trentino-veneta che parlava il suo dialetto. Ma con l’annessione all’Italia l’italiano divenne l’unica lingua ufficiale e l’uso del tedesco e del Sud-Tirolo fu vietato dal regime fascista. Il sud-tirolese continuò a esser parlato nelle case lontano dai servizi segreti fascisti, ma cominciarono a farsi sentire sempre più massicce influenze dell’italiano, che continuarono anche dopo la caduta del fascismo e la trasformazione del Trentino-Sud-Tirolo in regione autonoma con il tedesco equiparato all’italiano.

Tra il 2002 e il 2005 la casa editrice tedesca Ehapa Verlag ha pubblicato in dialetto sudtirolese tre volumi a fumetti della serie Asterix Mundart - Asterix af Sidtiroulerisch, dal titolo Asterix ba d’r Naia (n. 48 del settembre 2002), Asterix isch kesslun (n. 53 del settembre 2003) e Olls Lai Lolli (n. 60 dell’agosto 2005).

zambelli_interferenze_lessicali

http://www.tiroul.info/index.php/Hauptseite

http://oschpele.ritten.org/

Schande über Italien!

Juli 21, 2008
Schande für Italien

England hat kürzlich die Opfer der Folterungen im Irak entschädigt und sich öffentlich dafür entschuldigt! Italien hat sich für die Gräueltaten der Faschisten in Süd-Tirol und den Folterungen an den politischen Häftlingen in den sechziger Jahren weder entschuldigt, geschweige denn sie entschädigt!

Fünf Süd-Tiroler Freiheitskämpfer der sechziger Jahre dürfen nach 40 Jahren immer noch nicht nach Süd-Tirol einreisen. Eine Schande für das demokratische Italien!

Dem patriotischen mutigen Einsatz dieser heldenhaften Männer und Frauen des Widerstandes der 50er und 60er Jahre verdankt man heute die Erfolge der bescheidenen politisch bereits veralteten Autonomie der AP Bozen Südtirol. Ohne diese Patrioten aus Süd-Tirol, Tirol und Österreich und ihren damaligen heldenhaften patriotischen Kampf wäre heute weder die gerade noch “Sammelpartei” SVP in der Lage in Namen der Süd-Tiroler bescheidene Wünsche des Ausbaus der Autonomie an Rom zu stellen, noch die Opposition könnte aus objektiven Voraussetzungen heraus nach Ausübung der Selbstbestimmung laut rufen oder diese für das Land Tirol südlich des Brenners heute und morgen realpolitisch fordern. Sie haben das beste und wertvollste der Gemeinschaft gegeben, was sie vom Schöpfer bekamen und für das Wohl ihrer Nächsten und ihrer Landsleute geopfert, nämlich ihre Freiheit, Gesundheit und sogar das eigene Leben in den Folterkammern des Systems der Verweigerung der elementarsten Menschenrechte in der damaligen Zeit dieser “Italienischen Demokratie”. Sie befinden sich daher in diesem Sinne in der direkten ideologischen und geschichtlichen Nachfolge des gesamt-tiroler Freiheitskampfes vor allem von 1809 unter Landesvater Andreas Hofer. Auch er war viele Jahrzehnte lang für die Mächte der Fremdbestimmung ein “Terrotist”, er hat aber damals das Land Tirol vor der Fremdbestimmung und Teilung bewahrt, wenn auch er selbst diese neue Zeit nicht mehr erleben konnte. Die Geschichte hat aus unserer Sicht André Hofer Recht gegeben, wie auch dem Süd-Tiroler Freiheitskampf in den 1960er Jahren. Der politische Kampf mit friedlichen und demokratischen Mitteln um die Selbstbestimmung für Süd-Tirol wird weiter gehen, heute in einer EU der freien und selbstbestimmten Völker, und wenn der Herrgott im Himmel es will, wenn nach der nächsten Landtagswahl im Herbst 2008 eine neue selbstbestimmungfreundliche und in diesem Bestreben entschlossene Landesregierung in Bozen die Selbstbestimmung für Südtirol lokal, national und international politisch legitimiert, glaubwürdig, laut und deutlich einfordern wird, in diesem Sinne Zug um Zug auch handelt, dann es es sogar möglich, dass noch sehr viele von den damaligen Süd-Tiroler Aktivisten und Freiheitskämpfern der 50er und 60er Jahre ein neues von der Fremdbestimmung befreites Land Süd-Tirol noch erleben werden, und zwar als wiedervereintes Land Tirol, ein neues 10. Bundesland des Vaterlandes oder in anderer Form einer politischen Grunderneuerung. Für dieses Ziel sind diese mutigen Männer und Frauen damals in den 50er und 60er Jahren eingestanden. Sie haben mit ihrem Einsatz aus heutiger Perspektive gesehen das Land Süd-Tirol vor einem sich abzeichnenden ethnischen Untergang gerettet. Ihr Widerstand richtete sich lediglich gegen Sachwerte und Symbole der Fremdbestimmung, niemals gegen Menschen. Die von dieser Staatsmacht bestellten Folterknechte in den Kerkern dieses Systems sind für ihre Untaten nie bestraft worden. Im Gegenteil, sie sind großzügig dafür belohnt worden und von Rom in die höchsten Stellen des Staates befördert worden, wo sie anderswo an der Front später in Rom selbst in Abwehr der Linken in Italien “sempre in prima linea” ihr Unwesen als Entscheidungsträger der Machenschaften der dubiosesten Arten treiben konnten, vor allem aber diesmal ausserhalb Süd-Tirols in den 70er Jahren. Das verbrecherische antidemokratische Handwerk der Gesetzlosigkeit haben sie in Süd-Tirol in der Zeit der sog. “Carta Bianca” der 60er Jahre gelernt, als bei Verdacht patriotischer Betätigung die ganze deutschsprachige Bevölkerung für vogelfrei im wahrsten Sinne des Wortes durch diesen Staat im eigenen Land inoffiziell aber doch erklärt wurde. Die Geister und 1945 untergegangen geglaubte Gespenster, die damals Rom nach Süd-Tirol laut, vor allem nach 1961 rief, die wird dieser Staat aber bis heute nicht los. Es ist vielleicht eine ausgleichende historische Gerechtigkeit, wenn man das so nenen wollte, dass diese den Süd-Tirolern fremd gebliebene Staatsmacht bis heute mit direkten und indirekten weiteren Folgen im Rest des Stiefelstaates dieser eigenen Entscheidung zu kämpfen hat, nämlich die demokratischen Spielregeln und Menschenrechte für einen Teil der Bevölkerung im eigenen direkten Machtbereich damals vor mehr als 40 Jahren ausser Kraft zu setzten. Solche “Heldentaten” der Folterknechte eines menschenverachtenden Systems bleiben heute Gott sei Dank in Europa nicht ungesühnt, wie man das aus der Tätigkeit des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag gut kennt. Das den Süd-Tirolern ohne Grund durch diese Macht der Fremdbestimmung in der Geschichte angetane maßlose Unrecht wird eine ewige Schande für dieses Land wo die Zitronen und vieles andere noch blühen für immer bleiben. Die Zukunft in Europa gehört der Demokratie und Freiheit und darüber wachen heute sehr viele gesamt europäische Institutionen und nicht wie damals nur die der UNO!
M.A.

Bossi schmäht Natinalhymne und spricht von “faschistischem” Staat.

Juli 21, 2008

Der für seine markigen Sprüche bekannte Chef der föderalistischen Lega Nord, Umberto Bossi, hat wieder zugeschlagen: Mit einer eindeutigen Geste machte er bei einer Parteiveranstaltung am Sonntag im norditalienischen Padua mehr als deutlich, was er von der italienischen Hymne hält.

In dieser stehe, dass Italien Sklave von Rom ist, wetterte Reformminister Bossi mit ausgestrecktem Mittelfinger gegen den aus seiner Sicht “faschistischen” Zentralstaat.

“Reformen oder Krieg”
Wie bereits im Wahlkampf vor einem Jahr rief Bossi zudem zum Kampf gegen die “Schurken in Rom” auf. “Entweder bekommen wir die Reformen, oder es gibt Krieg.”

15 Millionen seien bereit, für ihre Freiheit zu kämpfen, so der Lega-Chef, der im August eine Schelte von Präsident Giorgio Napolitano kassierte, als er zu den Gewehren rief.

Entschuldigung “notwendig”
Die jüngste Entgleisung Bossis sorgt nun auch innerhalb der Regierungskoalition für heftige Empörung. Verteidigungsminister Ingnazio La Russa von der postfaschistischen Alleanza Nazionale forderte eine umgehende Entschuldigung.

Wenn Bossi meine, dass er das “Gefühl nationaler Einheit” beleidigen kann, dann wünsche er nicht, mit ihm oder einem anderen Lega-Minister an einem Tisch zu sitzen.

Sticheleien gegen Berlusconi
Kritik kam auch vom Koordinator von Berlusconis Forza Italia, Fabrizio Cicchitto, der laut “Repubblica” allerdings keinen Anlass zum Handeln ortet.

Dabei dürfte Bossi, der bereits das Scheitern einer Berlusconi-Regierung zu verantworten hat, in Padua auch mit Sticheleien gegen Berlusconi und versöhnlichen Tönen in Richtung Opposition für alles andere als ein ausgeglichenes Koalitionsklima gesorgt haben.

Unter anderem stellte Bossi die am Vortag verkündete Einigung in der anstehenden Justizreform infrage. Berlusconi habe offenbar anderes zu tun, als mit ihm darüber zu sprechen, bemängelte Bossi laut “Corriere della Sera” etwa, dass er noch immer auf einen Anruf des Premiers warte.

Opposition spricht von Skandal
Weit schärfere Kritik an Bossi kam indes erwartungsgemäß von der Opposition. Dario Franceschini, Vizechef des Partito Democratico (PD), sprach von einem Skandal.

Massimo Donadi von der Oppositionspartei Italia dei Valori erinnerte Bossi zudem daran, dass er seinen Ministereid auf die italienische Verfassung geleistet habe.

Wegen Beleidigung der Hymne müsse sich Bossi nun beim gesamten italienischen Volk entschuldigen, so Donadi.

Mehr unter:

http://news.orf.at

http://www.freiepresse.de

http://www.espace.ch

»Stay Behind« oder besser gesagt: »GLADIO«

Juli 19, 2008

Das Emblem von Gladio. Feuer, Schwert und ein zynisches Motto: Im Stillen/durch Schweigen der Freiheit dienen.

Dass der Staat der größte Terrorist von allen ist, ist ja gar kein Geheimnis mehr: Um 1990 herum kam heraus, dass die NATO eine geheime Organisation namens »stay behind« (in Italien »Gladio«) unterhielt, angeblich, um im Falle eines Überfalls der Sowjetunion auf den Westen hinter den Linien zurückzubleiben (»stay behind«) und den Feind durch Sabotage zu bekämpfen. Allerdings verübten und unterstützten beispielsweise die »Gladiatoren« reihenweise Terroranschläge im eigenen Land. Das heißt: Der »stay behind«-Auftrag war womöglich nur eine Legende. In Wirklichkeit ging es möglicherweise schon immer nur um Terror »daheim«.

Kurz vor Weihnachten 1969 knallte es auf belebten Plätzen in Rom und Mailand. Vier Bomben töteten 16 Menschen. 1972 krachte es bei dem italienischen Dorf Peteano. Eine Autobombe verletzte drei Carabinieri tödlich. 1974 tötete eine Bombe im Italicus Express von Rom nach München zwölf Menschen. 1978 wurde der Vorsitzende der italienischen Christdemokraten, Aldo Moro, entführt und ermordet. 1980 brachte eine Bombe den Bahnhof von Bologna halb zum Einsturz. Bilanz: 85 Tote und etwa 200 Verletzte.

Der Mörder: Natürlich immer der Gärtner. Beziehungsweise: die »Kommunisten«, die »Linken« oder die »Roten Brigaden«.

Die gute Nachricht: Die Killer wurden häufig geschnappt, zum Beispiel die Autobombenkiller der Carabinieri bei Peteano. Die schlechte: Es waren gar keine Linken, sondern Rechte. Die noch schlechtere: Sie wurden von der NATO-Truppe stay behind geführt, unterstützt und mit Waffen und Sprengstoff versorgt. Seitdem wissen wir: Der Staat ist der schlimmste Terrorist von allen.

Schon 1984,  lange bevor die Sache europaweit an die Öffentlichkeit kam, plauderte der Attentäter von Peteano vor Gericht. Der Mann, Vinzenzo Vinciguerra mit Namen, gehörte nicht etwa zu den Roten Brigaden, sondern zu den Neofaschisten.

»Anhand des Massakers von Peteano und aller anderen, die noch folgten, sollte das Vorhandensein einer real existierenden, okkulten und verborgenen Struktur klar geworden sein, mit dem Ziel, den Verbrechen eine strategische Richtung zu geben«, sagte Vinciguerra. Diese Struktur, so Vinciguerra, sei im Staate selbst beheimatet. In Italien gebe es parallel zum Militär eine geheime anti-sowjetische Streitmacht, um den Widerstand gegen die Sowjets auf italienischem Boden zu organisieren. Es handele sich um eine »Super-Organisation« mit einem Kommunikationsnetzwerk, Waffen und Sprengstoff, die mangels eines sowjetischen Angriffs die Linke im eigenen Lande bekämpfte.

Aha, und wie? Ganz einfach: Indem man den Linken immer neue Greueltaten in die Schuhe schob.

Soweit, so bekannt. Und zuletzt durch den Schweizer Wissenschaftler Daniele Ganser akribisch erforscht (Buchtitel: Nato-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, siehe rechts).

Weniger klar ist zunächst mal die Rolle von stay behind bei Terrorattentaten in anderen Ländern Europas, zum Beispiel in Deutschland. Wie in dem Buch Das RAF-Phantom (siehe rechts) ausführlich beschrieben, gab es auch da zumindest ab Mitte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts keine Spuren zu irgendwelchen linken« durch eine wachsende und umheimliche Professionalität aus. Bis heute wurden keine Verdächtigen der großen Attentate seit 1985 gefasst. Die Morde an Gerold von Braunmühl, Alfred Herrhausen und anderen sind seit rund 20 Jahren unaufgeklärt.

Des weiteren gibt es in der herrschenden Darstellung von Gladio/stay behind noch einige Fragen.

Da wäre erstens die Organisationsstruktur. Wie es aussieht, waren die stay- behind-Banden genau so organisiert, wie man es auch von den »offiziellen« Terrorgruppen, wie beispielsweise der »RAF«, behauptete: In Zellen. Ihre Waffen lagerten sie genau wie die »RAF« in Depots. Der »RAF«-Terrorist Christian Klar wurde 1982 just bei der Suche nach einem Depot verhaftet. Die stay-behind-Killer waren genau jene »Feierabend-Terroristen«, die man zuletzt in den »RAF«-Leuten vermutete: Die meiste Zeit gingen sie ganz gewöhnlichen Berufen nach, ihr tödliches Hobby betrieben sie hauptsächlich in der Freizeit.

Da wäre zweitens die geringe Zahl von stay-behind-Kämpfern. Pro Land sollen nur ein paar hundert Untergrund-Guerilleros verpflichtet worden sein – für den Kampf gegen eine sowjetische Invasionsarmee eher wenig. Genau passen würden diese Kapazitäten statt dessen zu einem internen Terrornetzwerk, das pro Jahr nur wenige Attentate verübt.

Da wäre drittens die Behauptung, die wenigen Kämpfer hätten erst im Invasionsfall weitere Kräfte rekrutieren und trainieren sollen. Unter Invasionsbedingungen ein schwieriges Unterfangen.

Da wäre viertens die umheimliche Ähnlichkeit zwischen professionellen »RAF«-Attentaten und stay-behind-Operationen wie der Entführung von Aldo Moro. Die Moro-Entführung von 1978 glich bis aufs Haar der Schleyer-Entführung von 1977: Bewaffneter Überfall auf die Fahrzeugkolonne, Erschießung der Begleiter, Entführung der weitgehend unverletzten Zielperson, wochenlange Geiselhaft, schließlich Ermordung und Deponierung der Leiche in einem Fahrzeugkofferraum.

Da wären fünftens die Lügen und Vertuschungen schon bei Attentaten der 2. »RAF«-Generation. Wie der Sohn des Mordopfers Siegfried Buback, Michael Buback, demnächst in seinem Buch Der zweite Mord an meinem Vater (Droemer) aufzeigen wird, wurde gegen eine Hauptverdächtige nicht ausreichend ermittelt – eine Hauptverdächtige, die schon vor dem Attentat Kontakte zu Geheimdiensten unterhielt.

Da wäre sechstens der Umstand, dass jede Geheimoperation eine Legende besitzt: Entweder von vorneherein oder für den Fall des Auffliegens. Nur wurde die Legende im Fall stay behind bisher noch nicht entdeckt oder entlarvt. Legenden kennen wir nur für jedes einzelne Attentat.

Denkbar wäre deshalb, dass es sich bei der Legende um das angebliche stay- behind-Konzept selbst handelte, das zum Teil auch den eigenen Leuten erzählt wurde. Also die Behauptung, man sei ja nur für den Invasionsfall da, um gegen die Sowjetunion zu kämpfen.

Das würde heißen:

  • mehr als die euopaweit einigen tausend NATO-Terroristen waren nie vorgesehen,
  • es ging nie um einen äußeren, sondern immer nur um einen inneren Feind, hauptsächlich die Linke, aber auch wirtschaftliche Feinde wie Herrhausen und Rohwedder.

In Deutschland fand das letzte große RAF-Attentat mit Todesfolge übrigens just 1991 statt (der Anschlag auf den Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder), kurz, nachdem stay behind aufgedeckt worden war. Schon bald darauf erklärte die »RAF« offiziell einen »Gewaltverzicht«.

Eins steht jedenfalls fest: Die »RAF«, insbesondere die dritte Generation, mag es gegeben haben oder auch nicht. Die stay-behind-Terroristen gab es ganz sicher.

Sonntag, 06.07.2008

Kategorie: Geostrategie, Geheimdienste, 11. Sept. 2001, Politik, Terrorismus

©  Gerhard Wisnewski

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar.

80 Jahre Siegesdenkmal

Juli 11, 2008

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