In der Ausgabe der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ vom 21. August 2006 wurde über die Verleihung des italienischen „De Gasperi-Preises“ an den italienischen Ex-Staatspräsidenten Ciampi berichtet.
Zu dieser Preisverleihung durch den Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dallai war neben dem Auszuzeichnenden auch weitere italienische Prominenz, wie Regierungschef Prodi, Staatspräsident Napolitano und Ex-Ministerpräsident Andreotti, gekommen.
In den „Dolomiten“ lesen wir dazu:
„’Ohne die Unterzeichnung des Pariser Vertrages wäre Südtirol von den Alliierten an Österreich zurückgereicht worden.’ Diese Feststellung machte am vergangenen Samstag der Senator auf Lebenszeit und frühere mehrfache italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti in Trient. ‚Alcide De Gasperi ist es mit dem Gruber – De Gasperi-Abkommen brillianterweise gelungen, Südtirol unter italienischer Kontrolle zu behalten’, so Andreotti …. Die Briten hätten Druck gemacht, Südtirol wieder an Österreich zurückzugeben. ‚In ihren Augen war Österreich das erste Opfer Hitlers’“.
Schlagworte: Andreotti, Gruber – De Gasperi-Abkommen, Pariser Vertrag

26. Juli 2008 um 10:25 |
Italien sollte für die westlichen Alliierten motiviert werden, da die Gefahr bestand, dass es sich der Sowjetunion anhängt.
Dann währe die Sowjetunion zu nah an Mitte-l und Südeuropa herangerückt, was den westlichen Alliierten ein Dorn im Auge gewesen währe, wenn die SU nun auch direkt an den Grenzen zu Österreich und Frankreich gestanden hätte.
Auch das war eines der Gründe, weshalb auf das südtiroler Volk leider Gottes keine Rücksicht auf deren Belange und Ansprüche genommen wurde.
26. Juli 2008 um 11:28 |
Ausgerechnet Andreotti sagte das, also der Mann, der in seiner Verantwortung als Politiker der DC und als MP in Italien nichts ausgelassen hat, um Südtirol zu italianisieren, z.B. über die massenhafte gesteuerte Zuwanderung von Italienern nach Südtirol in der Zeit der sog. “50% + 1%” Politik. Gott bewahre dieses Land Südtirol vor solchen “Freunden” der Selbstbestimmung und Italien vor solchen Demokraten. In den Jahren 1945-46 waren die Österreicher und Alt-Österreicher also Südtiroler sicherlich nicht jeder Mannes Liebkind, ganz im Gegenteil. Österreich wurde von den Alliierten als Staat als erstes Opferland der Nazi-Aggression von März 1938 angesehen, aber sie haben sicherlich nicht vergessen, wieviele Menschen dabei begeistert mitgemacht haben. Die Selbstbestimmung der Südtiroler nach 1945 ist vor allem an der verheerenden politischen Wirkung der zwischen Duce und Führer erzwungenen “Option” der Südtiroler zwischen Verbleib im Land und Italianisierung und Auswanderung ins Reich, sowie an dem Unwillen der USA in dieser Frage. Außerdem drehte sich nicht alles damals wie heute in der italienischen Außenpolitik nur um Südtirol. Es war eine von vielen ähnlichen offenen Fragen, z.B. damals 1918 sind auch andere “Minderheiten” in Istrien und Dalmatien unfreiwillig zu Italien gekommen und durften unter Duce die Italianità unter vorgehaltenen Waffen die “Segnungen” dieser Herrschaft kennenlernen. Die Slowenen und Kroaten haben sich zur Gänze aus eigener Kraft bis zum Kriegsende von diesem verbrecherischen System und von den “Segnungen der Italianitá” befreit und ihrem jeweils eigenen Vaterland angeschlossen. Unweit von Italien fand unter ähnlichen Umständen eine andere Selbstbestimmung der Griechen unter der Regie der Briten zwischen 1946-48 auf den italienischen Dedokanes-Inseln statt und sie kehrtem zu ihrem Vaterland zurück. Daraus kann man nur eine Moral ziehen, man kann sich als eine von der Fremdbestimmung betroffene Ethnie im eigenen Land immer am effektivsten nur sich selbst helfen und nicht hoffen, dass irgendeine fremde Macht zur Hilfe eilt. Das Vaterland einer nach Selbstbestimmung strebenden Minderheit ist natürlich in dieser Hinsicht nicht fremd, aber diese Außenmacht hat auch nur begrenzte Möglichkeiten sich international durchzusetzen. In Istrien und Dalmatien haben die Slowenen und Kroaten damals 1944/45 die Faschisten besiegt und aus dem eigenen Land verdrängt. Hätten die Briten sie nicht zum Rückzug aus Triest bewegt, wäre heute diese Stadt mit immer noch bis zu 27% slowenischer Bevölkerung eine sicher keine italienische Stadt und würde nicht Trieste sondern Trst heißen. Die aufteilung in Zoenen A und B hat bis 1948 gedauert und Triest war eine Freie Stadt von den Alliierten verwaltete Zone. Damit Bozen in erster Linie Bolzano heißt, dafür haben später schon die Italiener Jahrzehnte nach dem Krieg durch die gesteuerte Zuwanderung gesorgt. Im Kalten Krieg war eine andere Lösung der Südtirolfrage nicht möglich. Italien musste wegen der vielen Kommunisten in diesem Land bei Laune gehalten werden. Die heutige Autonomie verdanken die Südtiroler nur sich selbst, weil man in den 50er und 60er Jahren bereit war dafür zu kämpfen. Italien wollte nach 1972 kein zweites Nord-Irland im eigenen Land und so war es möglich, dass man trotz Politik des ewigen Täuschen und Trixen die echte Autonomie mit Einschränkungen “erlaubt” hat. Diese wäre aber ohne die Rolle Österreichs als Schutzmacht wahrscheinlich unvorstellbar. Der Pariser Vertrag von 1946 macht Südtirol ohne Zeitlimit zum ersten mal in der Geschichte zum Subjekt des Völkerrechtes zwischen Rom- Wien und UNO. d.h. alles was Südtirol betrifft ist keine rein innerstaatliche italienische Angelegenheit mehr. Die Fronten zwischen Rom und Wien waren am Anfang dieser Verhandlungen 1946 so verhärtet, dass nur durch einnen äußersten Druck der Allierten ein Abschluß überhaupt möglich war. Konkret bedeutet das auch heute und morgen, bei Streitfragen darf die Schutzmacht der Südtiroler das Vaterland Österreich die UNO als Schiedsinstanz anrufen und Italien muß sich danach an die Entscheidungen der UNO zur Gänze halten. Welche Mächte in der UNO ein Veto-Recht haben, ist aber auch bekannt. Das ist wiederholt in den 50er und 60er Jahren geschehen, als Österreich Südtirol-Konflikt vor die UNO getragen hat und Italien wegen massivster Menschenrechtverletzungen gegen Südtiroler verurteilt wurde und zugleich aufgefordert wurde die 1946 freiwillig gegenüber Wien und UNO eingegangene Verpflichtung der Einführung einer echten Autonomie endlich praktisch umzusetzen. Dies ist auch von 1972 bis 1992 geschehen, mit über 40 Jahren Verspätung, aber immer noch halbherzig und lückenhaft. Mit der Zeit hat die Südtiroler Selbstbestimmung auch wegen der Europäischen Perspektive an Bedeutung gewonnen. Die offenkundigen Menschenrechtverletzungen in solchem Ausmaß wie damals in den 60er Jahren sind heutzutage in Südtirol unvorstellbar und werden völkerrechtlich geahndet und die Täter müssen sich für ihre “Heldentaten” vor internationalen Gerichten verantworten und werden nicht wie früher in Italien in die höchsten Ämter des Staates befördert. Aus diesem Grund sind die ehemaligen Politiker und andere Entscheidungsträger in Serbien unfreiwillige Gäste vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und viele der von ihnen seinerzeit fremdbestimmten Völker siond heute frei. Eine friedliche und zur Gänze demokratiepolitisch legitimierte Politik der eigenen Selbstbestimmung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene wird auch mit der Zeit dem Land heute und Morgen die völlige Entscheidungfreiheit in dieser Frage bringen, vorausgesetzt, in der südtiroler Gesellschaft gibt es ein Konsens darüber. Dazu aber müsste zuerst die Landesregierung in Bozen als die offizielle politische Vertretung der Südtiroler bereit sein, so wie das andere vermeintliche “Minderheiten” in der alten EU auch tun, z.B. in Schottland, Flandern, Baskenland oder Katalonien, das politische Ziel der Selbstbestimmung des eigenen Landes und Volkes in der eigenen Politik zu berücksichtigen und glaubwürdig und entschieden überall zu vertreten. Meine These ist, wird einer dieser erwähnten “Minderheiten” gelingen ohne Wenn und Aber die Selbstbestimmung in einem Land der alten EU zu verwirklichen, werden weitere bald folgen, hoffentlich auch Südtirol. Heute muss man sich aber fragen, wie soll das funktionieren mit dieser heutigen SVP, dazu in diesem immer zu äußersten Mitteln in der Südtirolfrage greifenden Intrigantenstadel Italien, angefangen von der unteren Entscheidungebene der Organe des Staates bis hinauf zu La Casta. Eine Antwort darauf müsste man erst finden. Die nächsten Landtagswahlen im Oktober 2008 könnten eine Klärung dieses Dilemans bringen, wenn auch andere Oppositionsparteien wie FP, STF und Union in die Landesregierung hoffentlich kommen und etwas zu entscheiden haben werden.
28. Juli 2008 um 6:36 |
So sieht die Österreichkarte doch viel besser aus…
29. Juli 2008 um 9:20 |
Und so brangt sie am Heck meines Wagens…
Dumm nur, dass hier in D keiner versteht was das ist …
29. Juli 2008 um 9:55 |
Wichtig wäre wenn wir Südtiroler und Österreicher diese Karte kennen und wollen würden und natürlich an eine Verwirklichung Dieser glauben dürfen!
29. Juli 2008 um 6:30 |
Kommt Zeit, kommt Bundesland Tirol mit 1.200.000 Einwohnern!
30. Juli 2008 um 9:19 |
Also deine Überzeugung zu diesem Thema ist wirklich beeindruckend. Da können sich sogar einige deiner Parteimitglieder eine Scheibe davon abschneiden!
30. Juli 2008 um 10:47 |
Wenn man über die politische Alternative der Wiederherstellung der Landeseinheit zu status quo schon heute in allen drei deutschsprachigen Teilen des Landes Süd-Ost-Nord Tirol so diskutieren und politisch streiten würde, wie das anderswo in der EU ohne Wenn und Aber bereits seit vielen Jahren möglich ist, wie zum Beispiel in Flandern in Belgien oder Schottland, dann wäre das schon die halbe Miete für die wirkliche Selbstbestimmung in Süd-Tirol, aber so wie jetzt, mit dieser SVP als stärkste Partei und ihrer gegenwärtigen Linie in dieser Frage, so bald wird es nicht eine gemeinsame Karte für Tirol zwischen Salurn und Kufstein geben. Aus Angst in dem Intrigantenstadel Italien würde man womöglich jemand auf der italienischen Seite mit solchen symbolischen Handlungen der Selbstbestimmung vergrämen, wird man gerade in der St. Nimmerleinstag-Selbstbestimmung-Sammel-Partei selbstgewollt solche Projekte schon zu verhindern wissen, obwohl gerade das ein Wunsch der EU wäre, nämlich dass die geteilten Länder wieder zusammenwachsen und die alten Grenzen überwunden werden. Mit der SVP als de facto allein Vertretung wird das in Südtirol nicht so bald möglich sein, außer diese Partei fällt bei der nächsten Wahl im Oktober weit unter 45% und wird gezwungenermaßen eine Koalition mit den deutschen Oppositionparteien bilden müssen. Vielleicht erst dann werden echte Fortschritte in der Selbstbestimmung des Landes möglich sein, wenn politisch lokal in Tirol überhaupt kein Weg daran vorbei führen wird, sonst eher nicht.