Schande für Italien
England hat kürzlich die Opfer der Folterungen im Irak entschädigt und sich öffentlich dafür entschuldigt! Italien hat sich für die Gräueltaten der Faschisten in Süd-Tirol und den Folterungen an den politischen Häftlingen in den sechziger Jahren weder entschuldigt, geschweige denn sie entschädigt!
Fünf Süd-Tiroler Freiheitskämpfer der sechziger Jahre dürfen nach 40 Jahren immer noch nicht nach Süd-Tirol einreisen. Eine Schande für das demokratische Italien!
Dem patriotischen mutigen Einsatz dieser heldenhaften Männer und Frauen des Widerstandes der 50er und 60er Jahre verdankt man heute die Erfolge der bescheidenen politisch bereits veralteten Autonomie der AP Bozen Südtirol. Ohne diese Patrioten aus Süd-Tirol, Tirol und Österreich und ihren damaligen heldenhaften patriotischen Kampf wäre heute weder die gerade noch “Sammelpartei” SVP in der Lage in Namen der Süd-Tiroler bescheidene Wünsche des Ausbaus der Autonomie an Rom zu stellen, noch die Opposition könnte aus objektiven Voraussetzungen heraus nach Ausübung der Selbstbestimmung laut rufen oder diese für das Land Tirol südlich des Brenners heute und morgen realpolitisch fordern. Sie haben das beste und wertvollste der Gemeinschaft gegeben, was sie vom Schöpfer bekamen und für das Wohl ihrer Nächsten und ihrer Landsleute geopfert, nämlich ihre Freiheit, Gesundheit und sogar das eigene Leben in den Folterkammern des Systems der Verweigerung der elementarsten Menschenrechte in der damaligen Zeit dieser “Italienischen Demokratie”. Sie befinden sich daher in diesem Sinne in der direkten ideologischen und geschichtlichen Nachfolge des gesamt-tiroler Freiheitskampfes vor allem von 1809 unter Landesvater Andreas Hofer. Auch er war viele Jahrzehnte lang für die Mächte der Fremdbestimmung ein “Terrotist”, er hat aber damals das Land Tirol vor der Fremdbestimmung und Teilung bewahrt, wenn auch er selbst diese neue Zeit nicht mehr erleben konnte. Die Geschichte hat aus unserer Sicht André Hofer Recht gegeben, wie auch dem Süd-Tiroler Freiheitskampf in den 1960er Jahren. Der politische Kampf mit friedlichen und demokratischen Mitteln um die Selbstbestimmung für Süd-Tirol wird weiter gehen, heute in einer EU der freien und selbstbestimmten Völker, und wenn der Herrgott im Himmel es will, wenn nach der nächsten Landtagswahl im Herbst 2008 eine neue selbstbestimmungfreundliche und in diesem Bestreben entschlossene Landesregierung in Bozen die Selbstbestimmung für Südtirol lokal, national und international politisch legitimiert, glaubwürdig, laut und deutlich einfordern wird, in diesem Sinne Zug um Zug auch handelt, dann es es sogar möglich, dass noch sehr viele von den damaligen Süd-Tiroler Aktivisten und Freiheitskämpfern der 50er und 60er Jahre ein neues von der Fremdbestimmung befreites Land Süd-Tirol noch erleben werden, und zwar als wiedervereintes Land Tirol, ein neues 10. Bundesland des Vaterlandes oder in anderer Form einer politischen Grunderneuerung. Für dieses Ziel sind diese mutigen Männer und Frauen damals in den 50er und 60er Jahren eingestanden. Sie haben mit ihrem Einsatz aus heutiger Perspektive gesehen das Land Süd-Tirol vor einem sich abzeichnenden ethnischen Untergang gerettet. Ihr Widerstand richtete sich lediglich gegen Sachwerte und Symbole der Fremdbestimmung, niemals gegen Menschen. Die von dieser Staatsmacht bestellten Folterknechte in den Kerkern dieses Systems sind für ihre Untaten nie bestraft worden. Im Gegenteil, sie sind großzügig dafür belohnt worden und von Rom in die höchsten Stellen des Staates befördert worden, wo sie anderswo an der Front später in Rom selbst in Abwehr der Linken in Italien “sempre in prima linea” ihr Unwesen als Entscheidungsträger der Machenschaften der dubiosesten Arten treiben konnten, vor allem aber diesmal ausserhalb Süd-Tirols in den 70er Jahren. Das verbrecherische antidemokratische Handwerk der Gesetzlosigkeit haben sie in Süd-Tirol in der Zeit der sog. “Carta Bianca” der 60er Jahre gelernt, als bei Verdacht patriotischer Betätigung die ganze deutschsprachige Bevölkerung für vogelfrei im wahrsten Sinne des Wortes durch diesen Staat im eigenen Land inoffiziell aber doch erklärt wurde. Die Geister und 1945 untergegangen geglaubte Gespenster, die damals Rom nach Süd-Tirol laut, vor allem nach 1961 rief, die wird dieser Staat aber bis heute nicht los. Es ist vielleicht eine ausgleichende historische Gerechtigkeit, wenn man das so nenen wollte, dass diese den Süd-Tirolern fremd gebliebene Staatsmacht bis heute mit direkten und indirekten weiteren Folgen im Rest des Stiefelstaates dieser eigenen Entscheidung zu kämpfen hat, nämlich die demokratischen Spielregeln und Menschenrechte für einen Teil der Bevölkerung im eigenen direkten Machtbereich damals vor mehr als 40 Jahren ausser Kraft zu setzten. Solche “Heldentaten” der Folterknechte eines menschenverachtenden Systems bleiben heute Gott sei Dank in Europa nicht ungesühnt, wie man das aus der Tätigkeit des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag gut kennt. Das den Süd-Tirolern ohne Grund durch diese Macht der Fremdbestimmung in der Geschichte angetane maßlose Unrecht wird eine ewige Schande für dieses Land wo die Zitronen und vieles andere noch blühen für immer bleiben. Die Zukunft in Europa gehört der Demokratie und Freiheit und darüber wachen heute sehr viele gesamt europäische Institutionen und nicht wie damals nur die der UNO!
M.A.
Schlagworte: Allgemein, Faschisten, Folter, Franz Höfler, Politik, politischen Häftlingen, Süd-Tiroler Freiheitskämpfer, Schande für Italien

21. Juli 2008 um 2:02 |
Finde es sehr Krass ein Plakat mit “Schande über Italien” zu verbreiten…Sehr Italien- und Italienerfeindlich!
21. Juli 2008 um 5:14 |
Italienfeindlich vielleicht, Italienerfeindlich überhaupt nicht. Welcher Unterschied besteht zwischen einem gefolterten Südtiroler in einer Polizeistation in den 60gern und einem Iraker in einem US-Gefängniss wie Abu Graib heute?
Warum entschuldigt sich England für die selben Verbrechen (Folter) und Italien nicht (auch Folter) ?
Weil Italien zwar die Konvention über das Folterverbot der Vereinten Nationen im Jahre 1988 mitunterzeichnet hat, doch zu mehr als eine scheinheilige Unterschrift auf einem Blatt Papier hat es nie gereicht. Von daher ist auch mehr als gerechtfertigt, diesen Staat als demokratisch unter Anführungszeichen zu setzen und abzukanzeln. Laut dieser Vereinbarung hätte die Regierung und das Parlament auf schnellstem Wege ein Strafgesetz zur Ahndung von Folteraktionen umsetzen müssen. Seit 20 Jahren ist diese heilige Pflicht nicht erfüllt worden. Warum auch, können doch durch diesem Umstand jene Ereignisse, die damals unsere Freiheitskämpfer nach ihrer Verhaftung im Jahre 1961 erleiden mussten, auch heute jederzeit wiederholt werden.
Bolzaneto, lieber Davide, sollte Dir ein Mahnmal sein. Auch weil es inzwischen von jenem Staat, den du vielleicht zurecht immer verteidigst, Urteile gegen faschistoide Polizeibeamte gibt.
Und falls es bei dir immer noch nicht geklingelt hat, wurde das INNENMINISTERIUM UND DAS JUSTIZMINISTERIUM der REPUBLIK ITALIEN zu SCHADENSERSATZFORDERUNGEN an 200 GEFOLTERTE MENSCHEN verurteilt. Informierst du dich überhaupt oder was ist los?
Und nochmals, auch mein Beitrag ist bei weitem nicht Italienerfeindlich. Er verurteilt die sogenannte “demokratische” Republik Italien und jene, die solche Verbrechen begehen. Und ich verurteile bei weitem nicht Millionen an italienischen Bürgern, die jeden Tag ihre Pflicht tun, ihre Kinder erziehen, zur Arbeit gehen, Steuern zahlen, Volontariat leisten. Soviel zu deinen Phrasen wegen italienerfeindlich. Reiss eher mal deinen Mund auf, dass DEIN Minister Maroni, der “suddito” von DEINEM Minister Bossi ist, der DEINER MAMELIHYMNE den Mittelfinger zeigt. Darüber solltest du dich aufregen, wenn du ein aufrechter Italiener bist mit Nationalstolz, und nicht über Bürger, die in den 60Jahren zu Tode gefoltert wurden.
Ich erwarte Dich beim Grillen! Und bei an Glasl Wein. Denn bei politisch denkenden Menschen ist Schweigen Silber, aber miteinander Reden ist Gold.
21. Juli 2008 um 5:20 |
Die Wahrheit hat schon immer weh getan……..
21. Juli 2008 um 5:27 |
Und noch was. Wenn Ministerien verurteilt werden und nicht “nur” Beamte, die für diese Ministerien als Arbeitnehmer fungieren, bedeutet dies, dass die Befehlskette bis nach oben ging! Das ist Faschismus, lieber Davide. Und was macht Italien? Ergötzt sich über Telefonabhöhrungen des Präsidenten. Na toll. haben wir ein Sommerloch? In ganz Europa spricht man über dieses Urteil, auch weil mehr als die Hälfte Europäer waren. Und was machen wir? Hinterfragen wir die Aussagen des ehemaligen Minister Castelli, dass er nichts gesehen hat in Bolzaneto? Es gibt Aussagen von Gefägnissärzten und Staatsanwälten der 60ger Jahre, die haben auch nichts gesehen
Lorenz, die Wahrheit wird zwar immer weh getan haben, aber wenn sie volle Kanne und mit Wucht kommt, dann macht sie in dieser Republik anscheinend auch noch blind!
21. Juli 2008 um 5:57 |
http://www.youtube.com/watch?v=LUYn33I4iJI&eurl=http://meihoamat.wordpress.com/
Anschauen und schweigen! Und mit Demut um Verzeihung bitten. Wer das nicht tut, ist ein Faschist!
22. Juli 2008 um 8:54 |
Ihr vergesst leider viel zu oft, dass die “Freiheitskämpfer”, so wie ihr sie nennt, Terroristen waren, und somit eine Gefahr für die Bevölkerung.
22. Juli 2008 um 9:49 |
@Meihoamat
Leggiti il libro di Angelo Del Boca “Italiani, brava gente?”. Ti farà capire tante cose.
Purtroppo, le forze dell’ “ordine” italiane, fra le quali, non lo metto in dubbio, ci sono anche tante brave persone, sono ancora molto permeate dal fascismo.
I fatti di Genova del 2001 sono una delle tante pagine di vergogna italiana che si cerca vergognosamente di chiudere, in nome del mito dell’ “italiano buono”, “italiano tollerante”, “italiano non razzista”, “italiano sempre vittima innocente di circostanze sfortunate”.
22. Juli 2008 um 10:02 |
….und die alten und neuen italienischen Faschisten und Duce-Nostalgiker in Alto Adige vor allem in allen nur erdenklichen Positionen im Staatsdienst waren damals keine Bedrohung für den Rechtsstaat in Italien? Zuerst richtete sich diese blinde rechte Gewalt in Uniformen gegen Südtiroler Widerstand, später nach 1972 gegen alles Linke überall in Italien. Es gab einige wenige Richter und Staatsanwälte, die damals auf eigene Verantwortung Beweise gegen diese Rechtsbrecher in Uniform des Staates gesammelt haben. Es kam zu mehreren Prozessen, wo zum Schluss alle Beschuldigten freigesprochen oder gleich nach der Urteilsverkündung von diesem Staat begnadigt worden sind. Diese mutigen Richter und Anwälte wurden auf Befehl aus Rom aus Südtirol abgezogen und durften dort ihrer beruflichen Arbeit nie mehr nachgehen, von den verpatzten Karrieremöglichkeiten ganz zu schweigen. Manche Politiker in Italien fühlen sich bis heute immer noch von der angeblich noch so linken Justiz, vor allem in Nord-Italien verfolgt und haben einen regelrechten Verfolgungswahn daraus gemacht. Viele dieser Täter in Namen des Staates von damals wurden in die höchsten Stellen des Staates als Belohnung für dieses zum Himmel schreiende Unrecht befördert worden, wo sie ihr Unwesen anderswo weiter treiben konnten, diesmal gegen politisch andersdenkende italienische Bürger, vor allem wenn sie linksorientiert waren. Damit haben sie die Demokratie und den Rechtsstaat in Italien als solchen nachhaltig und stark geschädigt. Wer die ganze Tragik und Ausmaß dieses sehr tiefen Falls der italienischen Demokratie und die weiteren Folgen davon nicht verstehen will, der leistet indirekt ideologisch anderen Arten von politischen Extremismus Vorschub. Davon gibt es mehr als genug gerade in Südtirol auf der italienischen Seite.
27. Juli 2008 um 10:57 |
Dieser Film ist wohl eher unbekannt auch in Südtirol!
http://video.google.de/videoplay?docid=-8876259762606192748
Bester Dokufilm in Deutschland 2002!