Freiheitskämpfer Georg Klotz

Die Haltung der österreichischen Regierung

Georg Klotz war beim Befreiungsausschuß Süd-Tirol dabei. Er flüchtete nach Nord-Tirol, um der Verhaftung in Süd-Tirol zu entgehen. Mit seinen Kampfgefährten Luis Amplatz überschritt er immer wieder die Unrechtsgrenze, um in Süd-Tirol für dessen Freiheit zu kämpfen. Die beiden Freiheitskämpfer fürchtete die Besatzungsmacht, da man ihnen nicht habhaft werden konnte. Die Freiheitskämpfer führten ihre demonstrativen Anschläge auf Hochspannungsmasten aus und zogen sich dann wieder nach Nord-Tirol zurück

Die Haltung der österreichischen Regierung

Um ihre Aktionen zu verhindern, wurden beide nach Wien gebracht. Sie durften die Stadt Wien nicht verlassen. So wollte die Regierung Klaus den Freiheitskampf unterbinden. Am 27. August 1964 verließen Amplatz und Klotz Wien.

Die Verräter

In Innsbruck werben sie die Gebrüder Kerbler als Helfer an. Die beiden Kerbler standen im Dienst der italienischen Geheimpolizei. Am 30. August gehen Amplatz und Klotz über die Grenze. Auf dem Rotmoosferner an der Zwickauer Hütte werden sie von der italienischen Grenzpolizei erwartet, sie können jedoch entkommen. Die beiden Kerbler treffen sie in Süd-Tirol im Passeier.

Die Mordnacht

In der Nacht vom 6. auf den 7. September um 2:30 Uhr wird Luis Amplatz im Schlaf von Christian Kerbler erschossen mit einer Beretta 9mm, die er vom Geheimdienst erhalten hatte. Nach dem vergeblichen Versuch der Festnahme beim Grenzübertritt, bekam Kerbler den Mordbefehl. Er gibt den beiden Freiheitskämpfern Schlafpulver in den Tee und erschießt dann den schlafenden Amplatz. Auch Georg Klotz wird dreimal getroffen. Eine Kugel geht ihm in die Brust, die zweite trifft ihn im Gesicht, die dritte geht fehl. Klotz flieht von der Brunnermahder mit einem Steckschuß und einer Gesichtsverletzung, barfuß, in einem Gewaltmarsch von 42 Stunden, über die Schwarzscharte (2862m) über die Unrechtsgrenze nach Österreich. Die Regierung Klaus will Klotz nach Wien schaffen. Auf Bemühungen des Nord-Tiroler Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer kommt Klotz in die Klinik nach Wörgl. Dort wird ihm die Kugel von Kerbler herausoperiert.

Tod im Exil

Georg Klotz lebt als Köhler und Holzfäller im Nord-Tiroler Ruetztal nahe der Stefansbrücke im Exil. In seinem Exil stirbt Klotz am 24. Jänner 1976. Jörg Klotz war beim Aufbau des Schützenwesens in Süd-Tirol sehr aktiv. Er war Träger der goldenen Verdienstmedaille des Bundes der Tiroler Schützenskompanien, Schützenmajor und Hauptmann. Trotzdem verweigerte ihm der Landeskommandant der Nord-Tiroler Schützen, Hofrat Dr. Walter Zebisch, die letzte Ehre. Er hatte den Schützen eine Teilnahme an den Begräbnisfeierlichkeiten verboten. In Absam wurde Klotz aufgebahrt zur Verabschiedung. Der damalige Bezirksmajor Toni Würtenberger hatte dieses Verbot in der Kompanie Absam und im Bezirk mit Vehemenz vertreten und ein Ausrücken der Schützen zur Verabschiedung des Toten untersagt.

Das Verhalten der Schützenführung

Josef Felder aus Absam fuhr zur Bundesleitung und wurde dort vorstellig. Ihm wurde erklärt, Klotz sei nicht mehr kommandierender Hauptmann einer Kompanie, deshalb dürfe er von den Schützen nicht verabschiedet werden. Felder telefonierte dann mit Jörg Pircher aus Lana, der dann die Bestätigung der Kompanie Walten besorgte, dass Jörg Klotz bis zum Schluss Hauptmann der Kompanie war. In der Nacht hat er ca. 220 Nord-Tiroler Kompanien angeschrieben und um die Teilnahme an den Begräbnisfeierlichkeiten gebeten. Die wenigen Antworten, die zurück kamen waren ablehnend und zum Teil ganz verwundert über das Anliegen.

Ein Kurier aus Süd-Tirol brachte dann die Bestätigung, dass Georg Klotz auch in der Zeit seiner Verbannung immer Hauptmann der Kompanie Walten war. Diese Bestätigung war vom Oberleutnant der Kompanie unterschrieben. Dieses Schriftstück wurde dem Schützenmajor Toni Würtenberger vorgelegt. Er meinte nur, es ist verboten und dabei bleibt es. Auch die Offiziere der Kompanie Absam hatten die gleiche Einstellung. Josef Felder legte dann die Bestätigung der Bundesleitung in Innsbruck vor. Dort war man sprachlos, doch der Beschluss wurde nicht zurück genommen.

Die Vorgänge in Absam

Josef Felder und seine Brüder Johann und Michael beschlossen den Sarg zu tragen. Es wurden dafür 6 Schützen gefunden. Als diese Entscheidung der Kompanie und dem Bezirksmajor vorgetragen wurde erklärte der, dazu müssten sie zuerst den Schützenrock ausziehen. Felders Antwort lautete: “Der Schützenrock wird nach der Verabschiedung von Klotz ausgezogen!” Auch wurde von Felder der Musikkapellmeister Pertinger angesprochen, den Trauerzug mit Musik zu begleiten. Der jedoch wollte zuerst mit seinen Leuten reden. In der Frühe des Tages der Verabschiedung von Klotz in Absam teilte der Kapellmeister telefonisch mit, dass die Musikkapelle kommt. Als die Sargträger den Sarg aus dem Haus trugen, kam die Musik aus Absam. Der Trauerzug formierte sich langsam. Gerade zu dieser Zeit traf die Schützenkompanie Absam mit ihrem Hauptmann Mayr und Fahnenträger ein. Auch der Bezirksmajor kam mit. Durch die Teilnahme der Kompanie war es für Ing. Josef Felder und seine Freunde nicht mehr notwendig, den Schützenrock auszuziehen. Zur Kompanie Absam waren auch weitere Schützen in Tracht gekommen, die beim Trauerzug mitgegangen sind. Erst als die Musikkapelle ausrückte, hat sich die Kompanieleitung entschlossen, zu den Begräbnisfeierlichkeiten zu kommen.

Am 29. Jänner 1976 überquert der tote Georg Klotz die Unrechtsgrenze am Brenner. Dort wird der Sarg von einer Abordnung Süd-Tiroler Schützen in Empfang genommen. Der Jörg wurde in der Sandhofkapelle aufgebahrt. Am 31. Jänner 1976 wird Klotz in St.Leonhard bei einen Schneesturm beerdigt. Viele tausende Tiroler schließen sich dem Trauerzug an und geben ihm die letzte Ehre.

Ein Jahr später

Ein Jahr danach wurde in Absam ein feierlicher Gedächtnisgottesdienst für Georg Klotz abgehalten, wo auch die Kompanie wieder vertreten war. Aber man staune, die Bundesleitung und auch weitere Offiziere waren vertreten und hielten beim Kriegerdenkmal ihre salbungsvollen Reden. Dazu denken wir uns unseren Teil

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11 Antworten zu “Freiheitskämpfer Georg Klotz”

  1. Matteo Gesualdo Corvaja sagt:

    Klotz hat nicht nur Hochspannungsmasten gesprengt, sondern hat auch vergeblich versucht, eine Art Partisanenkrieg in Südtirol auf die Beine zu stellen, was ihm nie geling.
    Dies enttäuschte in zutiefst, trotzdem hat er vor allem eine Art Kleinguerrilla-Krieg geführt.

  2. Mazinga Z sagt:

    Ohne Leute wie ihn, würden wir jetzt alle italienisch sprechen. Für uns Tiroler bleibt er ein Freiheitskämpfer und dass kann uns keiner nehmen.

  3. Tiroler Freiheit sagt:

    Wir werden eine Straße nach Ihn benennen.

  4. Tyrol sagt:

    Freiheit für Tirol - Jetzt!

  5. Michi sagt:

    Ich kann Gewalt in keinem Fall akzeptieren, egal von wem sie auch immer ausgehen möge und gegen was auch immer sie gerichtet ist!

  6. Mazinga Z sagt:

    Ganz deiner Meinung. Ich benutze auch nur das Schreiben als Waffe… so wie du.

  7. Michi sagt:

    Ist doch gut, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat, vielleicht finden die Kriege der Zukunft in Foren und Blogs statt…so würde wenigsten keinEr mehr verletzt!

    Peace, Michi

  8. Mazinga Z sagt:

    Blog Wars

    Die Macht sei mit dir Michi!

  9. Matteo Gesualdo Corvaja sagt:

    @Lorenz
    “Ohne Leute wie ihn, würden wir jetzt alle italienisch sprechen”…
    Meines Wissens sprichst Du sehr gut italienisch ;)
    Und der Jörg Klotz konnte auch sehr gut italienisch (ich besitze eine Ausgabe der Zeitschrift “L’ Espresso” aus den 60er Jahren, in der ein Interview eines ital. Journalisten Mit Klotz veröffentlicht wurde).
    Georg Klotz mag sich für seine Heimat engagiert haben, aber er hat meiner Meinung nach, den falschen weg gewählt.
    Wenn ihr heute deutsch sprechen dürft und eure Bräuche pflegen könnt, habt ihr es der 19ehner Kommission, der Republik Österreich, der Regierung Moro und der UNO zu verdanken.
    Die Attentate hatten eine rein symbolische Wirkung und dienten dann dem Stay-Behind-Netzwerk um in Südtirol Kleinkrieg und Strategie der Spannung zu üben, was sie wenige Jahre später auf ganz Italien ausgedehnt haben.

  10. Mazinga Z sagt:

    @Matteo
    Als Bozner deutscher Muttersprache hat man da so manchen Vorteil. Man kann zwischen zwei Kulturen, zwei Mentalitäten hin und her schalten.

  11. Matteo Gesualdo Corvaja sagt:

    @Lorenz
    Ich bin zwar kein Bozner, aber es geht mir genauso :)

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