Seit zehn Jahren keine Grenze am Brenner mehr!

Zehn Jahre nach dem Wegfall der Grenzbalken am Brenner zwischen Österreich und Italien haben Politiker der Region mehr Initiativen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefordert.
Bei einer Feier am Dienstagabend am Brenner wurde ein „Thesenpapier“ zur verstärkten Zusammenarbeit präsentiert. Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder kritisierte, dass längst nicht alle Möglichkeiten wahrgenommen würden.
Durnwalder sprach vom „schönsten politischen Augenblick“ in seiner Karriere, als er seinerzeit mit seinem Nordtiroler Amtskollegen Wendelin Weingartner den Grenzbaum am Brenner symbolisch entfernt hatte.
Auch Weingartner sah am Montag neuerlich ein „starkes emotionelles Erlebnis“, weil der Brenner immer ein Symbol für die Teilung Tirols gewesen sei.
Nach Ansicht Durnwalders sei die Zusammenarbeit etwa im Verkehrsbereich, für die Bergbauern oder im gemeinsamen Auftreten in Brüssel gelungen.
Auch die Bevölkerung müsse das Gemeinsame stärker in den Vordergrund stellen. Weingartner regte unter anderem die Gründung einer Staatsgrenzen überschreitenden Partei an, die bei Europawahlen antreten könne.
Der Raum sei noch lange keine Einheit, Gemeinsames sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Der Südtiroler EU-Abgeordnete Michl Ebner verlangte, „die Grenzbalken in den Köpfen zu entfernen“.
Das „Thesenpapier“ stammt von SVP-Politikern des südlichen Wipptales und soll ein Ausgangspunkt für einen Neustart bei der Integration der Tiroler Landesteile sein.
Die Vorschläge spannen sich von politischen Fragen über Forderungen nach Reduktion des Transitverkehrs bis hin zur Zusammenarbeit im Schul- und Kulturbereich.

Schlagworte: Brenner Tirol, Grenze, Selbstbestimmung